Bei unseren Bemühungen zum Erhalt der Kindertagesstätten in Neumark, Reuth und Schönbach ist uns immer wieder aufgefallen, dass die Neumarker Bürger nicht ausreichend informiert sind. Deshalb möchte die Initiative „Pro Kitas Neumark“ Licht ins Dunkel bringen und zu einigen Hauptthemen Stellung nehmen:

Anfahrt

Es gibt genügend Eltern, die extra einen längeren Anfahrtsweg oder gar einen Umweg in Kauf nehmen, um ihre Kinder in eine kleine ländliche Kita zu bringen. Dies würde sich durch einen modernen Neubau in Neumark nicht ändern. Im Gegenteil; Umfragen bei den Eltern haben ergeben, dass sie ihre Kinder sogar noch weiter fahren würden, um eine kleine ländliche Einrichtung zu besuchen.

Standort – Nähe zum Schwimmbad und zur Schule

Der ursprüngliche Standort – die Gartenanlage am Badsteig – hat sich mittlerweile als ungeeignet herausgestellt. Nun soll die neue Kindertagesstätte auf dem unteren Sportplatz entstehen, was eine Renovierung des oberen Sportplatzes nach sich zieht. Das sich die Nutzung des Schwimmbades in den Kindergartenalltag integrieren lässt, ist unrealistisch und bedeutet einen erhöhten Aufwand für das Personal. Welche Verantwortung auf die Leitung zukommt (Rettungsschwimmerausbildung, Einverständnis der Eltern, Kosten, rechtlicher Rahmen, benötigtes Personal) kann beispielsweise auf der Internetseite www.pro-kita.com nachgelesen werden.

Die Nähe zur Schule ist für die Organisation der Vorschule durchaus von Vorteil. Aber durch das vorherige Beschreiten des zukünftigen Schulweges, eventuell auch mit dem Bus, werden die Abc-Schützen bestens vorbereitet ihren Schulweg in Zukunft allein zu meistern.

Küche

Gegen eine neue moderne Küche, bei der auf Allergien und Speiseunverträglichkeiten eingegangen werden kann, ist nichts einzuwenden. Diese könnte auch in einem kleineren Neubau ihren Platz finden.

Personal – jedes Kind behält seine Erzieher/-innen

Natürlich werden alle Erzieher/-innen in der geplanten neuen Kindertagesstätte weiter beschäftigt. Aber dabei kann den Eltern keiner garantieren, dass jedes Kind, ob aus Neumark, Reuth oder Schönbach, „seine Erzieherin“, sprich seine vertraute Bezugsperson, behält. Vielmehr ist davon auszugehen, dass es je nach Konzept (altershomogene versus altersgemischte Gruppen, kleine versus große Gruppen, Anzahl der Gruppen insgesamt) zu einer „Durchmischung“ der Kinder kommt, wobei keine Zuordnung zu bestimmten Erzieher/- innen möglich sein wird.

Kinderzahlen – bald keine Auslastung mehr

Hier spielen der demographische Wandel und die zukünftigen Geburtenzahlen eine Rolle. Laut Statistik sollen bereits im August 2019 die Kinderzahlen in der Gemeinde Neumark nicht mehr genügen, um die Kindertagesstätten in Neumark, Reuth und Schönbach voll auszulasten. Von insgesamt 175 Plätzen sind dann voraussichtlich nur noch 112 belegt. Aber bereits weitere zwei Jahre später soll eine Kindertagesstätte für 150 Kinder in Betrieb genommen werden. Hierbei wurden sogenannte „Fremdkinder“ aus den umliegenden Gemeinden eingeplant. Nimmt man die zu erwartende Zahl der „Fremdkinder“ in die Berechnung der Kinderzahlen der bestehenden Kindereinrichtungen mit auf, wären diese auch wieder ausgelastet. Hinzu kommt der Fakt, dass in den kommenden Jahren eine neue Zuzugswelle zu erwarten ist. Bereits jetzt werden in Reuth neue Eigenheime angeboten, in Neumark ist eine neue Siedlung geplant sobald sich Investoren finden und in Schönbach werden sicher auch noch Häuser zum Verkauf stehen. Außerdem sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass die Geburtenzahlen, vor allem in Sachsen (Platz 1in BRD seit 2011) weiter steigen.

Weiternutzung alter Gebäude der Gemeinde

Die Idee, Gebäude aus Gemeindebesitz zu Jugendclubs, Vereinsdomizilen oder Seniorentreffs umzufunktionieren, ist sehr zu begrüßen. Leider mangelt es hier an den Mitteln für Unterhalt, erforderliche Sanierungsmaßnahmen und gegebenenfalls benötigtes Personal. Ebenfalls wünschenswert wäre es, wenn die Erlöse aus dem Verkauf leerstehender Gebäude der Gemeinde für die Kinder und Jugendlichen im eigenen Ortsteil genutzt werden würden. Jedoch sind die zu erwartenden Einnahmen bereits jetzt verplant. So soll der Erlös aus dem Verkauf der alten Schule in Schönbach als Eigenmittel für den Neubau einer Begegnungsstätte auf dem Schönbacher Spielplatz fungieren. Dass die verbleibende Fläche weiter als Spielplatz genutzt wird, ist zwar angedacht, hängt aber von weiteren möglichen Fördermitteln ab. Der Verkaufserlös der Villa in Neumark soll in den Ausbau des oberen Sportplatzes fließen. Wozu der Ertrag aus den Schönbacher Kindergartenverkauf eingesetzt werden soll, ist noch offen.

Fazit

Die Qualität der Kinderbetreuung ist nicht an der Größe der Einrichtung, der modernen Ausstattung oder einer zentralen Lage zu messen, sondern steht und fällt mit der Herzlichkeit und dem Einfühlungsvermögen der Erzieher. Dass es hieran beim vorhandenen Personal nicht mangelt, erleben wir jeden Tag. Hinzu kommen das Engagement des Personals und auch der Eltern. Je näher sich die Eltern der Einrichtung fühlen, desto höher ist das Engagement ihrerseits. Bei einer räumlichen Trennung geht die Verbundenheit mit der Einrichtung verloren.

Aber es geht hier doch längst nicht mehr um das Thema „Soll eine zentrale Kindertagesstätte als Ersatz für die drei vorhandenen Kindereinrichtungen der Gemeinde Neumark errichtet werden?“, sondern um den Erhalt UNSERER Gemeinde! Sollten wir da nicht höhere Ziele anstreben? Zum Beispiel indem man sich zur „Vorzeigegemeinde“ entwickelt:

  • mit Kitas in jedem Ortsteil
  • mit Spielplätzen in jedem Ortsteil
  • mit freiwilliger Feuerwehr in jedem Ortsteil
  • mit (Sport-) Vereinen für Groß und Klein
  • mit Grund- und Oberschule im Hauptortsteil
  • mit einem Freibad im Hauptortsteil
  • mit einem gepflegten Park im Hauptortsteil

Würde das nicht jeder Neumarker lieber in der Zeitung lesen?

Neumark hat Potential! Lasst es uns gemeinsam nutzen!